Schläge und ihre Folgen

Mai 9th, 2008 Soulsnatcher Posted in Freitag, Fühlen, Leben | 4 Comments »

Es kommt nicht darauf an, wer dich wie schlägt.

Es kommt darauf an, wieder aufzustehen und aus den Folgen zu lernen. Darauf, das man seine Schlüsse aus dem Erlebten zieht.

Denn wer immer predigt, das Leben sei Veränderung, der sollte sich dieser Predigt auch bewusst sein. Es sollte ihm klar sein, dass diese Veränderungen nicht immer positiv sein können und dass viele dieser Änderungen auch nur im ersten Moment schmerzlich sind.

Manches hat seinen Sinn, obwohl wir es nicht erkennen und manches hat seinen Sinn obwohl wir es nicht akzeptieren.

Wir lieben es doch irgendwie alle, im Selbstmitleid zu baden, wenn wir mal verlassen werden. Nur die wenigsten sehen darin die Chance.

Ist es nicht eigentlich die Spannung die unser Leben lebenswert macht?

Die Erwartung des Neuen, Unbekannten?

Wie kann ein Schriftsteller Emotionen beschreiben die er nicht kennt? Wie kann er Ereignisse beschreiben die er nie erlebte?

Wohl gar nicht.

Also wird es Zeit, aufzustehen und das Leben anzunehmen wie es ist.

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Summer in the city

Mai 7th, 2008 Soulsnatcher Posted in Fühlen, Leben, Mittwoch | 2 Comments »

Der Wagen ist taubedeckt, irgendwo ganz weit hinten am Horizont kommt die Sonne.

Es ist früh, als ich das Haus verlasse. Früh, und “frisch”.

Ich bin schon sommerlich gekleidet, setze mich mit leichtem frösteln in die Karre und fahre los.

Noch nicht viel Verkehr, morgens, viertel vor sieben in Deutschland. Ein paar Enten fliegen tief vor mir über die Strasse. Da ich noch keinenHunger habe bremse ich etwas, um sie nicht zu erwischen.

Ein langer Tag beginnt und die im Rückspiegel aufgehende Sonne fördert die Endorphinausschüttung und erzeugt ein leichte Euphorie. Der Tag wird lang, aber spannend. Die Sonne lacht und alles wird gut.

In drei Wochen ist umziehen angesagt. Ein Vorgang den ich hasse wie die Pest. Ich bin einfach schon zu oft umgezogen. Das wird mein verdammt fünfzehnter Umzug in den letzten 20 Jahren.

Kisten packen (größtenteils schon erledigt, Möbel zerlegen, Auto holen, Auto laden, Auto ausladen, Möbel aufstellen, Kisten auspacken.

Dazu kommt dann das irgendwas immer fehlt. Ein paar Dinge gehen auch mal kaputt. Aber blöderweise nicht die Dinge, von denen man denkt das es gut wäre.

Nein. Es geht nie das kaputt bei dem man sich nicht entscheiden kann es weg zu werfen. Wo man denkt das es eh hässlich ist und man es nur behält weil man es mal geschenkt bekommen hat, sondern meist die Dinge, die man mag, die man schon ewig hat und behalten will. Oder die Dinge, die man wirklich benötigt.

Na ich bin mal gespannt wie das abläuft….

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Der Tourist und der Zauberer

Mai 2nd, 2008 Soulsnatcher Posted in Freitag, Rezensionen, Schätze | No Comments »

Groß-A`Tuin gleitet durch das Multiversum. Die Riesenschildkröte trägt auf ihrem, von Kometeneinschlägen verkratzten Panzer vier Elefanten. Berilia, Tubul, Groß-T`Phon und Jerakeen.
Auf den Schultern dieser vier Elefanten ruht:
Die Scheibenwelt!
An den Rändern dieser Scheibenwelt läuft das Wasser der Weltmeere schäumend über den Rand, und bildet dadurch den Abschluss dieser Welt, in der Magie etwas völlig normales ist.
Die Drehung der Scheibenwelt dient dazu, das Gewicht der Welt gleichmäßig auf die vier Elefanten zu verteilen. Es gibt 8 Jahreszeiten, einen Berg, auf dem die (zumeist gelangweilten) Götter leben, die Spitzhornberge, einen Gegengewichtskontinent und:
Ankh Morpork.
Ankh Morpork, die Zwillingsstadt. Ankh Morpork, der Moloch. Ankh Morpork, größte Stadt der Scheibenwelt.
Getrennt vom Ankh sind die Städte Ankh und Morpork irgendwann einmal zusammengewachsen und werden regiert vom Patrizier.
Über der Stadt liegt ständig ein Geruch, der zum einen daran erinnert, das die Erde rund um Ankh Morpork fruchtbar ist und hier viel Kohl angebaut (und verzehrt) wird.
Zum anderen erinnert der Geruch an den Dreck der Stadt, an die Leichen im Fluss und daran, dass es in Ankh Morpork noch immer keine vernünftige Kanalisation gibt.

Die Menschen in Ankh Morpork sind nicht sehr verwöhnt. Sie sind eigentlich schon froh, wenn der Tag rum ist ohne das die Stadt niedergebrannt ist (kommt gelegentlich mal vor) oder sie von einem Dieb ausgeraubt wurden (der ihnen jedoch eine Quittung über das Geraubte gibt) oder sie gar ein Opfer der Assassinengilde wurden (Was aber als Auszeichnung gillt, den die töten nicht jeden und kriegen meist viel Geld dafür).
Zweiblum ist der erste Tourist dieser Welt.
Er steht eines Tages plötzlich am Hafen von Morpork. Vor allem sein Gepäckstück sorgt für helle Aufregung.
Eine Truhe aus intelligentem Birnbaumholz! Intelligentes Birnbaumholz ist sehr selten und umso kostbarer ob der Eigenschaften die diesem Material nachgesagt werden.
Und wirklich: Nicht nur das die Truhe auf Kommando ihrem Herrn folgt (Wie? Na, sie bedient sich natürlich der ungefähr zehn Dutzend Füße die sie hat.), sondern sie zeigt im Verlauf der nächsten Geschichte auch noch einige andere Fähigkeiten.
Wie Touristen nun einmal so sind, geht auch Zweiblum davon aus, dass ihm nichts passieren kann. Der Status: „Tourist“ scheint für Zweiblum gleichbedeutend mit diplomatischer Immunität zu sein.
In fröhlicher, verträumter Art stolpert er von einer Gefahr in die nächste.

Allerdings war an Bord des Schiffes, mit dem Zweiblum ankam, noch ein Brief an Lord Vetinari, den Patrizier von Ankh Morpork.
In der Zwischenzeit trifft Zweiblum erst einmal auf Rincewind den Zauberer. Zauberer sind auf der Scheibenwelt ein geachtetes Völkchen. Ihr Können wird in acht Stufen gemessen, wobei die erste Stufe für Anfänger steht und die Achte dementsprechend die höchste ist.
Die Zahl Acht ist die magische Zahl. Daher heißt die Farbe, die bei Zauberei manchmal sichtbar wird, und durch die Zauberei gekennzeichnet wird, Oktarin (okto= acht).
Unser Rincewind allerdings ist ungefähr auf Stufe 0,5 was nicht etwa an seiner Unfähigkeit liegt sondern viel eher daran, das er, während seiner Studienzeit an der unsichtbaren Universität ein Wette verlor, wodurch sich einer der acht mächtigsten Zauber der Scheibenwelt seiner bemächtigte. Dieser Zauber ist einfach zu stark als das noch andere Zauber in Rincewinds Kopf Platz fänden.
Aber Rincewind ist ein Held. Besonders dann, wenn es darum geht, feige zu sein, wegzulaufen oder zu versagen. Er ist unzuverlässig, trinkt zuviel und kann nicht zaubern. Kurz: eine Niete.
Ausgerechnet diesen Rincewind heuert Zweiblum als Führer an. Da Zweiblums Truhe immer genug Gold ausspuckt ist die Bezahlung kein Problem und Rincewind nimmt den Auftrag an, seinen Vorschuss und versucht mit diesem Vorschuss die Stadt zu verlassen.
Dabei wird er jedoch von der Stadtwache gestellt und dem Patrizier vorgeführt. Dieser verdonnert Rincewind nun, gut auf Zweiblum aufzupassen, den Zweiblum stammt aus dem Achatenen Reich. Einem Land auf dem legendären Gegengewichtskontinent und der Herrscher jenes Landes sieht sich als Vater eines jeden seiner Untertanen. Der Patrizier möchte natürlich keine Verwicklungen durch den Tod Zweiblums.
Auch wenn es weder dem Patrizier, noch dem Herrscher des achatenen Reiches bei dem Gedanken an Tourismus wohl ums Herz ist.
Und so wird Rincewind in ein Abenteuer gestoßen, das er eigentlich gar nicht will. So wie er eigentlich generell gegen Abenteuer ist. Viel zu unbequem!
Außerdem fällt es ihm anfänglich schwer, mit Truhe umzugehen, was aber in der Hauptsache daran liegt, das Rincewind gerne an den Inhalt der Truhe (Gold) möchte, Truhe aber nicht gewillt ist, ihm dies zugeben.

Terry Pratchett hat mit „ Die Farben der Magie“ den ersten Roman aus seinem Zaubererzyklus abgeliefert. Der erfolglose Zauberer Rincewind erlebt hier das erste von mehreren Abenteuern.
Pratchett hat diesen ersten Scheibenweltroman in den frühen Achtzigern veröffentlicht. Die Bücher haben eine ganz eigene Art von Humor. Immer wieder mal werden hier andere Heldentypen auf den Arm genommen. Eine Zeitung hat Pratchett einmal als den Douglas Adams der Fantasy bezeichnet, was in meinen Augen eine ziemlich gute Beschreibung für seine Romane darstellt.
Die Abenteuer auf der Scheibenwelt sind natürlich auch gefährlich. Es gibt auch schon mal Tote, aber das ist in seinen Büchern nicht das wesentliche. Es ist der feine Humor mit dem er brilliert. Wenn der Tölpel Rincewind wieder einmal versucht dem harmlosen Zweiblum das Leben zu retten entsteht so manche köstliche Situation.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass der Tod auf der Scheibenwelt und in fast allen Romanen eine wichtige Rolle spielt. Der Tod, das ist der Schnitter, der Sensenmann.
Er ist sauer auf Rincewind, weil dieser so schrecklich unzuverlässig ist. Eigentlich hat Tod schon länger eine Verabredung mit Rincewind, denn als Magier (auch als erfolgloser) steht es ihm zu, das der Tod ihn persönlich holt, und nicht irgendeinen Bediensteten schickt. Tod möchte dieser Verpflichtung auch gerne nachkommen, doch Rincewind ist bisher einfach nie zu seinen Terminen erschienen.
Daher taucht im Verlauf der Geschichte auch immer mal wieder der Tod auf, DER NUR IN GROSSBUCHSTABEN REDET, um Rincewind zu holen und sieht sich am Ziel als Rincewind dann endlich über den Rand der Scheibenwelt… nun, das ist wohl besser, wenn Ihr das selber lest.
„Die Farben der Magie“ ist auch ein schönes Buch zum Einstieg in die Scheibenwelt da man mit den beiden „Antihelden“ ziemlich viel herumkommt, eine Menge erklärt bekommt und dies in den Folgebüchern zu einem besseren Verständnis führt.
Das Lesen dieses Buches kann meiner Ansicht nach nur zwei Ergebnisse erwirken:
Entweder, man liest dann alle Scheibenweltromane, (so man ihrer habhaft wird) oder man liest keinen mehr.
Am besten, ihr probiert es aus.

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