Unter Feinden

2 Kommentare

Soulsnatcher 29.07.2010; 06:07; Kategorien: Fühlen, Leben ,

"Chillen beim Grillen" hies das Motto. Um 11 Uhr morgens laufen der Lord Reichsbedenkenträger und ich beim Mundschenk auf, um vorzubereiten. Mein erstes Mal in einer Profiküche. Ripppenbögen zerlegen, Speck in großer Menge braten oder auch Hackfleischburger im Tiefkühlhaus unterbringen.
Interessante Erfahrung.
Als die ersten weiteren Gäste auflaufen wird schnell klar: mit solchen Freunden braucht man keine Feinde.
Ich würde ja gern ein Stündchen Extremchillen und ein Ründchen schlafen. Aber die Drohung ist deutlich:
Sobald ich auf der Matraze liege werde ich Opfer gemeinster Spielchen und Fotografiererei.



Nun sitze ich hier, fühle mich beobachtet, bedroht und - wohl. Die Musik entspannt, Burger, Spare Ripps, Sloppy Joe und Pimms tun ihr übriges. Spielende Kinder auf dem Boden, Menschen unterhalten sich über alles mögliche, mal scheint die Sonne, dann will wieder der Regen durchbrechen. Es gibt zwar Uhren, aber keinen Grund draufzuschauen, es gibt Züge die vorbeifahren und in dem entspannten Reigen daran erinnern das alles vorbei geht.
Und über allem die Drohung: Bloss nicht einschlafen, die Kamera ist scharf!
Der Abend ist noch nicht einmal angebrochen. Schauen wir mal wie der endet.


Tags: Fühlen, Zweibrücken, Single Lifestyle, Sommer,

Warten auf Karl

7 Kommentare

Soulsnatcher 26.07.2010; 04:07; Kategorien: Leben , Schätze, Sex 'n twobridges,

Warum können Männer so lange um ein Feuer stehen und hineinschauen? Kameradschaft begreifen? Ist es nur diese Geborgenheit? Dieses Gefuehl das bereits unsere Vorfahren hatten? Dieses "Wir haben Feuer gemacht, wir haben Wärme und warmes Essen". Frauen können ja generell nicht verstehen das Männer das tun können ohne sich dabei die Nägel zu lackieren oder Haare an Körperstellen zu entfernen die eh nie ein anderer Mensch beachtet.



Und wenn du eine Frau findest die das verstehen kann, dann ist sie seit Jahren mit deinem Freund verheiratet oder genauso lange von dir getrennt, oder wenn es ganz dumm läuft: Beides.
Aber so spielt das Leben eben. Selten fair, meist mit gezinkten Karten und es lässt dich echt nur dann in Ruhe, wenn es dir alles genommen hat oder du gerade mit einem Freund einen guten Tropfen genießt. Da stehst du dann, morgens, die Sonne geht langsam auf und du kippst deinen letzten Schluck hinunter während du auf Karl wartest, starrst in das Feuer und fragst dich nach dem Sinn des Lebens. Dabei hast du ihn längst gefunden. Nämlich das ins Feuer starren. Das zusammen trinken, reden und schweigen.



Gutes Starren da draussen, wo immer ihr auch starrt.


Tags: Leben , Schätze, Neuanfang, Whisky,

Sit down Tobi

1 Kommentar

Soulsnatcher 20.07.2010; 10:07; Kategorien: Leben , Unterwegs,

"Oh, und wo gehst du hin?" fragt die falsche Fliege das niedliche kleine Kind auf der Strasse.
"Ich gehe in die Schule", sagt das niedliche kleine Kind. Sie ist allein, und sie ist sieben Jahre alt.



Die Männerstimme dringt aus der alten Hofdurchfahrt, rauh wie ein Reibeisen schmettert sie die Geschichte des kleinen Mädchens das vom Teufel in der Gestalt einer Fliege auf der Strasse angesporchen und in Versuchung geführt wird. Eine Geschichte, die ich das erste Mal hörte vor zwei Jahren. In einer lauen Sommernacht, während einer Mondfinsternis. Gleicher Sänger, anderer Ort. Mittlerweile hat sich die Welt weitergedreht. Ich bin älter geworden, hatte einige Erfahrungen in der Zeit, auf die ich zum Teil gut hätte verzichten können. Nun hocke ich da auf dem Kopfsteinpflaster der Kanalmühle und höre Ray zu, wie er die Geschichte dieses kleinen Mädchens erzählt.



Umgeben von ein paar Freunden, an ein altes Weinfass gelehnt, an einem Bier nippend und lauschend. Die Sonne geht unter und ich denke über das Lied nach.
Was will es uns sagen das der Teufel in einer Fliege steckt? Als erstes erstaunt mich, dass das Mädchen überhaupt nicht überrascht zu sein scheint, dass eine Fliege mit ihr redet. Doch meist sind Lieder ja Metapherbehaftet. Der Teufel steckt also in kleinen Dingen. Hmm, ich kannte da mal ein Mädel, gerade 1,50 groß und die hatte den Teufel auch im... Ach ne, wohl doch eher im Detail. Der Teufel im Detail also. Und die Verführung wird gleich mitgeliefert.



OK, nachvollziehbar. Ich kenne die Herkunft der Geschichte nicht, aber ich kenne ihr Ende. Der Teufel fliegt in Flammen stehend davon und das kleine Mädchen begreift was geschehen ist. Es hat dem Teufel, seinen Fragen vor allem, erfolgreich widerstanden. Die Tücke des Details eben. Wir müssen oft höllisch aufpassen, dass uns die Details nicht vom Wege abbringen. Denn darum geht es doch, auf dem Weg bleiben, bloss nicht aus dem Rahmen fallen, oder?



Oder vielleicht doch, so dann und wann? Man muss eben auf das Detail achten.



Detailreichen Tag da draussen, wo immer ihr ihn auch verlebt.


Tags: Irland, Musik, sliotar, Pub,

Night in the City

1 Kommentar

Soulsnatcher 14.07.2010; 01:07; Kategorien: Leben , Knippsen, Unterwegs,

Es gibt Tage....
Nun sind Männer im Allgemeinen aber manchmal recht einfach glücklich zu machen.
Wenn es dem Soulsnatcher mal nicht so gut geht, dann geht er in den Pub (OK klar, nicht NUR dann). Hier gibt es Menschen, die nicht jedes seiner Worte auf die Goldwaage legen, die vielleicht auch mal zuhören, oder - und das ist manchmal noch wichtiger - gar nicht fragen. Die Models: Tanja und Ella



Vermutlich sind das auch so die Markenzeichen eines Pubs.
Wie hies es schon in der Titelmelodie von "Cheers"? "Where everybody knows your Name". Wo jeder deinen Namen kennt.So Bilder kann kein Mensch inszenieren
Ein Mann kann einfach da sitzen, ein Bier trinken (oder auch mehr), seinen Gedanken nachhängen und wird - wie im vorliegenden Fall - auch noch von Menschen bedient die nicht nur liebenswert sondern auch fotogen sind. (Wie die gemachten Fotos zeigen). Für die Zeit die es braucht zwei oder drei Pint und einen Whisky zu trinken vergisst man(n) hier dann mal seinen Druck, die ganze Verantwortung die auf ihm lastet und den damit verbundenen Ärger.



Heute hatte ich das Glück danach noch einen Spaziergang zu machen. Es ist immer wieder überraschend wie schnell die Stadt und ihre (zumindest hier) gegebene Langeweile ihren Stellenwert verlieren können. Was will ein Mensch mehr als angenehme Gespräche und schöne Frauen vor der Kamera und dabei ein Bummel durch die sommerlich warme Innenstadt. So hat sich für mich dann auch mal die Hitzewelle gelohnt. Das wurde mir spätestens klar, als ich die Bilder bei Musik aus dem iPod aufbereitete und ins Netz lud.
Irgendwie erinnerte mich das auch an den Film Zombieland. Regel Nummer 32: "Genieße die kleinen Dinge". Wir lassen diese wichtigste aller Regeln, die nicht nur in Zombieland gillt, vermutlich alle und viel zu oft außer Acht. Den reinen Genuß der kleinen Schönheiten dieses Lebens. Ein Bummel durch die Stadt, einen Tag im Wildpark, das glückliche Lächeln einer schwangeren Frau oder das verwegene Grinsen eines Kindes.



Denkt mal drüber nach.



Gute Nacht da draussen, wo immer ihr auch seid.


Tags: Fotos, Erleben, Frauen, Lords 'n Ladies,

Ein Schrei

0 Kommentare

Soulsnatcher 12.07.2010; 12:07; Kategorien: Fühlen, Leben ,

Eine Nacht. Warm, eher schwül. Der Genuss des ein oder anderen Bieres, ein eher lahmes, schon langweiliges Endspiel mit wenigen, kaum erkennbaren Höhepunkten.
Der Heimweg lansam, ruhig. Leise Gespräche beim Passieren des Altenheimes. Da! Ein Schrei. Quälend, ängstlich und leidend.
Er dringt aus dem Heim, trifft direkt ins Mark. Ein menschlicher Schrei. Der einer alten Frau, vielleicht auch eines Mannes, der in diesem Moment so viel auszudrücken scheint. So viel inneren Schmerz und Leid. So viel Hilflosigkeit und Angst, so viel Verzweiflung.
Wir gehen vorbei, weiter unserer Wege und versuchen diesen Schrei, so leise so fern, zu verdrängen.



Doch der Gedanke daran nagt an unserem Inneren wie ein kleiner, scheinbar harmloser Hamster der zum Fleischfresser mutiert ist.Ein Mensch. Noch vor scheinbar gar nicht so langer Zeit war sie selbstständig, hat vermutlich ihre Kinder versorgt und behütet, sprach mit Lehrern und vielleicht auch Erziehern, suchte nach Erklärungen für die Fehler der lieben Kleinen und suchte nach Wegen aus ihnen bessere Menschen zu machen. Nun aber, im Alter, lebt sie in diesem Heim. Umgeben von anderen alten Menschen die ähnliche Erfahrungen machten, ähnliche Kämpfe durchstanden und nun auch hier leben. Zwischen anderen alten Menschen, mit ähnlichen Erfahrungen, ähnlichen bestandenen oder auch verlorenen Kämpfen die sie in endlos scheinenden Schleifen durchmachen und erleben und einander erzählen. Einfach weil keine Alternativen da sind und die Kinder? Ja die sind heute so weit weg. Studieren in...



Der weitere Weg verlief eher schweigend, nachdenklich. Mit dem Gedanken daran was dieser Mensch, von dem dieser Schrei stammte wohl in eben diesem Moment durchmachte.
Vielleicht etwas einfaches. Die Angst aus dem Bett zu fallen, zum Beispiel. Vielleicht auch die Erinnerung an etwas sehr schlimmes. Den Verlust des Mannes vielleicht?



Ich werde es nie erfahren und gehe weiter durch die Nacht. Denn darum geht es doch, ums weiter gehen, oder?



Wirklich?



Gutes gehen da draussen, wenn es das ist, was wir tun....


Tags: Fremde,

Ältere Einträge »

Montagsmundschenk zu Unter Feinden
Anj zu Warten auf Karl
Mao-B zu Warten auf Karl
Soulsnatcher zu Warten auf Karl
Soulsnatcher zu Warten auf Karl
Anj zu Warten auf Karl
Florian zu Warten auf Karl

Geocaching


Auf allen Vieren ...


Polen Da die Schlangenlinien laufen machen sie mindestens den doppelten Weg 1st Sauerland Pipes & Drums.