120 Minuten
Von Soulsnatcher • 6. Juni 2008 • Kategorie: Freitag, Fühlen, LebenSchon einige schwere Gewitter haben unsere Gegend in der letzten Zeit überzogen.
Auch heute Nachmittag. Der Soulsnatcher bleibt gemütlich auf seinem Balkon sitzen, sieht zufrieden das seine Bonsais und Kakteen gewässert werden und denkt erst böses, als das Handy geht.
Das Büro. Mit dem letzten Donner ist einer unserer Hauptrechner ausgefallen, besser: behauptet keine Verbindung mehr zu haben.
Schnelle, verzweifelte Versuche den Club mit dem Rosa… ähm, Verzeihung, Magenta farbenen T zu erreichen. Das Sprachmenue ist endlos lang, fragt alles mögliche ab um mir dann mitzuteilen das aufgrund eines erhöhten Anrufaufkommens zur Zeit kein Mitarbeiter verfügbar ist und mich dann aus der Warteschleife zu kicken.
OK; also rein in die Regenjacke, leichte Schuhe überziehen und los.
Besser durch den Keller raus, dann muss ich nicht so weit durch den Reg…
Warum stinkt der Hausflur so erbärml… *platsch*
Mist.
Aus der Wohnung unter mir rinnt ein dicker Strom brackigen Wassers, hat den Keller schon hoch gefüllt.
Schnell die Nachbarn informiert, dann durch den Regen, den weiteren Weg ums Haus herum, Handy am Ohr, wieder die Störungsstelle, Regen rinnt in meinen Nacken.
Ins Auto und los, nach ein paar hundert Metern steht jemand auf der Strasse, bedeutet mir anzuhalten und warnt, das am Berg vorn die kompletten Gullideckel vom Regen hoch gehoben und weg gespült wurden.
Langsam wird mir klar: das Unwetter scheint die Welt um mich herum aus den Angeln heben zu wollen.
Im Büro erwische ich endlich den Mitarbeiter meines Vertrauens in der Störungstelle der Deutschen T[zensiert].
Er misst alle Leitungend durch, sie sind in Ordnung. Also Fehler in unserem System. Nach einigen qualvollen Minuten kann ich eine notfallmäsige Bereitschaft wieder herstellen.
Dann in den Baumarkt, neue Überspannungsschützer kaufen, nach Hause.
In der Wohnung unter mir herrscht heller Aufruhr. Das Gewitter hat die Kanalisation ja - wie bereits angedeutet - überlastet. Leider auch die Rückschlagklappe meiner Nachbarn und so ergossen sich diverse Hektoliter in ihre komplette Wohnung.
Warum die Brühe braun und schlammig war, muss sicher nicht kommentiert werden.
Also schnell noch in die Gumistiefel geschluppt, und losgelegt. Gemeinsam mit den anderen Nachbarn versuchen, soviel wie möglich schnell aus dem Mist zu hohlen.
Ich will gar nicht wissen, was ich in den letzten Stunden alles so in der Hand hatte.
In all dem Unglück das meinen - sehr sympatischen - Nachbarn geschah, schlägt ihnen aus dem Haus eine Welle der Solidarität entgegen. Und ich denke, dass das eine - wenn nicht die - Hauptaufgabe war.
Das ab und an aufmunternde “Kopf hoch” lächeln, das einfache da sein. Das Gefühl zu geben, nicht allein vor der ganzen Scheisse [Soll jetzt kein Wortspiel sein] zu stehen. Da sich die Helfer mittlerweile da unten gegenseitig im Weg stehen und ich von 20:00 bis 08:00 Nachtschicht habe, habe ich mich verabschiedet. Sitze an meinem Laptop und höre unten den großen Wassersauger.
Ja, die Nacht wird lang. Hektisch. Kaputte PCs, Notrufe etc.
Aber tauschen möchte ich nicht.
Und soeben donnert es erneut….
Vielleicht wird die Nacht aufregender als ich denke….

Ach du Schande! Da muss Ich nachher wohl mal meinen Keller checken wenn Ich heim komm… :-/ Und gerade rumpelts wieder und es scheint näher zu kommen…
…so beim zweiten durchlesen… was hatten wir ein SCHEISSGLÜCK das deine Sachen bereits oben in der Wohnung waren… nicht auszudenken wenn das Zeugs noch unten im Keller gestanden hätte…
JO.
Wobei mein Keller netterweise trocken geblieben ist.
Das wäre er natürlich nicht, wenn meine Sachen noch drin gewesen wären
Jo, Repekt for you!
Da hast Du ja mal wieder das volle Programm aufgemacht, was?
Ich hoffe, dass die Nacht nicht so schlimm war wie erwartet.
Im übrigen war die aktion mit dem Hochdruckreiniger (Wassersauger aus dem Artikel) durchaus sehr erfolgreich!
Denk immer dran:
Alles wird gut und ich bin bei DIR!:-)
Wow Papa kennt Homer S.! ^^
Klingt ja spannend bei uns hat es… geblizt und gedonnert für na sagen wir 5 Minuten, dann 15 Minuten leichten bis sehr leichten Regen und wars dann auch schon wieder!