In der Mitte entspringt ein Fluss
Von Soulsnatcher • 17. Juli 2008 • Kategorie: Donnerstag, Fühlen, LebenEin vieldeutiger Titel der viel Spielraum lässt.
Abgesehen von Film und Buch, die dahinter stecken, könnte dieser Satz auch irgendeiner asiatischen Philosophie entspringen. Für mich zumindest. So in der Art von:
Der Fluss des Lebens entspringt deiner Körpermitte, du musst sehen das du den Lauf des Flusses nicht beeinflusst. Denn du weisst nicht, welche Stromschnellen du damit schaffst.
Doch wie verhindern wir das wir diesen Fluss beeinflussen?
Und sind wir immer so sicher, das wir den Fluss nicht doch ein wenig verändern wollen? Ich zumindest denke eher, das ich den Fluss derzeit gern etwas verändern möchte. So an einigen Stellen wurde ich lieber ein paar Biegungen einbauen, damit er abbremst, gemächlicher läuft und sich Zeit lässt.
Andere Stellen würde ich lieber begradigen. Hier sollte das Wasser dann möglichst schnell ablaufen.
Irgendwie hat der große Landschaftsgärtner da oben, was diesen Fluss angeht, ja doch reichlich Mist gebaut…
Oder machen wir das doch selber? Biegen und formen wir den Fluss im Laufe unseres Lebens vielleicht selber? Gibt es dann nicht eigentlich auch noch eine Möglichkeit, den Lauf zumindest teilweise selber zu beeinflussen? Dann hätte der oben erwähnte, wohl ungeborene Chinesische Philosoph zwar unrecht, aber immerhin hätten wir noch eine Chance.
Ich werde jedenfalls heute abend noch einen weiteren Selbstversuch wagen und mich ins pralle Leben werfen. Live Mucke im Pub.
Gute Nacht da draussen, wo immer ihr auch seid.

Wenn da in der Mitte was fliesst könnte auch was undicht sein ^^
Wo hab ich denn bloss den Preis für den qualitativ hochwertigsten Kommentar gelassen?
Beim Glücksspiel verloren! ^^
Womit wir einen zweiten Sieger haben
Ich behaupte, Dein »Selbstversuch« ist ein erster, ein guter, ein wichtiger Schritt; diese asiatischen Weisheiten haben zum Teil sicherlich oft einen Kern Wahrheit, aber mit vielen kann ich mich nicht identifizieren — die von Dir genannte ist auch so ein Fall. Ich denke, in gewissen Grenzen hat man den Verlauf des Flusses durchaus selbst in der Hand, mir würde der Gedanke mißfallen, ihn *nicht* selbst in der Hand zu haben. Findet man sich mit dem o.g. Gedanken einfach ab ist man allenfalls passiv.
Passivität ist Stillstand, ist — Rückschritt.
Auf Deinem Fluß begegnen Dir Schlepper, Tanker, die ihr Altöl ablassen, Urgewalten — denen Du Dich nicht kampflos ergeben solltest, nur weil sie auf Deinem Fluß schwimmen und Du sie als gegeben annimmst. Umschwimme sie, untertauche sie — und zur Not schlage eine Schneise.
Ich wünsche Dir eine gute Nacht.
@localwurst: Manchmal denke ich,wir sollten zusammen bloggen
[...] einen Artikel vom Soulsnatcher nachdenklich geworden überlege ich, was das größte Problem ist, der größte Fehler, der Anfang [...]
@Soulsnatcher: ja, der Gedanke kam mir auch schon einige Male; ein Anfang wäre vielleicht, so manches Thema ersteinmal IRL durchzudiskutieren — mir scheint, da würde uns nicht langweilig werden..
Mir fällt dazu ein: Simpsons in Afrika, Flussszene, sie paddeln auf eine Verzweigung. Links gehts in die Sonne mit ruhigem Wasser, rechts gehts über Katarakte in düstres Wetter. Vielleicht mäandriert ja der Lebensfluss und man muss ständig entscheiden, wohin man abbiegt. Hat man die Abzweigung hinter sich, muss man mit den Gegebenheiten zurecht kommen. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass die guten und die miesen Abschnitte gleichwertig sind, wenn man nur nicht den Spaß verliert. Ich finde, auch komplizierte Situationen haben einen Reiz.