Wir wollten nur ein Döner

Von Soulsnatcher • 3. September 2008 • Kategorie: Dienstag, Fühlen, Jakobsweg, Leben

oder auch “Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa”.
Eigentlich gehört der Soulsnatcher ja nicht zu den Menschen, für die Romantik ein Teelicht auf dem Stehtisch beim Dönermann bedeutet, dennoch traf man sich spontan mit dem Lord Reichsbedenkenträger und dem Lord für Spirituosen und Aussergewöhnliches beim Dönermann. Danach wollten alle ursprünglich getrennte Wege gehen. Der eine zum Mundschenk unseres Vertrauens um einen Kaffee zu trinken und dann beizeiten heim zu gehen, der andere noch schnell ein Bier im Pub und dann das Fussballspiel schauen und der dritte noch eben die Gemahlin bei einem Bier besuchen.
Soweit die Theorie.
Spontan beschlossen der Lord für Spirituosen und Aussergewöhnliches und ich, mit Lord Reichsbedenkenträger noch einen Kaffee zu trinken.
Kaum beim Mundschenk angekommen wandelte sich dieser Kaffee in eine Flasche exquisiten roten Wein, der auch eine weitere folgte.
Den gereichten Spare Ribs wurde trotz vorgelagertem Döner noch der Garaus gemacht, die Anstandsrippe liegen gelassen (wobei die Götter allein entscheiden mögen, wer denn da nun geschwächelt hat) und der Mundschenk reichte noch verschiedene Digestiva. Dabei war auch kein großartig investigatives Vorgehen erforderlich, die Rezeptur für die Marinade der gereichten Rips zu erfahren.
Später wurden dann noch mögliche Alternativstrecken besprochen um den Weg zu gehen und darüber philosophiert, ob der Soulsnatcher es weiter als 50 km schafft.
Besondere Erwähnung hat sicherlich auch die anwesende, noch sehr junge Bedienung erwähnt, die mit Liedern wie diesen:

Augenscheinlich nicht viel anfangen konnte.
Dafür hat sie sich aber wacker gehalten.

Nach verschiedenen Absackern und Espresso wurde das Übersiedeln in das Anwesen des Lord für Spirituosen und Aussergewöhnliches beschloßen wo man dann bei Rotbrüstigen Spirituosen und einigen Herzwässerchen den grauenden Morgen gemeinsam mit dem schwarzen Engel und Lady Visionairy begrüßte.

Nun kann ich viel Verstehen. Die Angst vor zu hohen Erwartungen beispielsweise, oder auch das Philosophieren über den angeblich so sturen Zweibrücker, aber warum zwei erwachsene Männer erforderlich waren um eine einfache CD zu wechseln ist mir unklar. Die Antwort verschwimmt in der Dämmerung von Spirituosen und Zeit.
Fest steht: Leben vergeht, Liebe verweht, doch Whisky wird einfach nur getrunken.

Freundschaften können so einfach sein und durchwachte Nächte sind manchmal erholsamer und befreiender als verschlafene. Das Erwachen in fremden Betten ist nicht immer was schlechtes und nicht alles was abgelaufen ist, ist auch verdorben. Alte Bahnhöfe müssen nicht verfallen und die Gastfreundschaft eines Lords ist oft wahrhaft königlich.

Aber ist nicht jeder von uns sein eigener, kleiner König? Gefangen in seinen Zweifeln und Ängsten und sich verausgabend bei der Suche nach irgendwas?

Guten Tag da draussen, wo immer ihr auch seid.

Tags: , , , , ,
9 Responses to “Wir wollten nur ein Döner”
  1. Nein! Es kann nur einen König geben!

  2. Soulsnatcher says:

    Du sprichst wahr :)

  3. Und das bin ich ja wohl ich!

  4. Soulsnatcher says:

    Ja ne, iss klar.
    Allenfalls designiert. :)

  5. Lord für Spirituosen und das Außergewöhnliche says:

    Aber der Döner war hervorragend!!
    Ich liebe diese Langzeittastings - aber muß es immer sieben Uhr morgens werden?
    Die Antwort: Ja, ja und nochmal ja - wenn nur die Vögel nicht so laut wären um diese Zeit…

  6. Soulsnatcher says:

    Hmm die bösen Vögel. Warum kreischen die eigentlich immer so?

  7. Lord für Spirituosen und das Außergewöhnliche says:

    Hmm… Gute Frage! Vielleicht haben die den Könich auf seinem Heimweg zum Palast des Schlafens gesehen?!

  8. Ja. Da würd ICH sicherlich auch kreischen! :twisted:

  9. Soulsnatcher says:

    Gesindel.
    Ich bin ja gar nicht heim gegangen an dem Morgen …

Leave a Reply