Landing in 10 Minutes
Von Soulsnatcher • 23. August 2009 • Kategorie: Donnerstag, Leben, UnterwegsDas war die erste Ansage in dem Flieger, die ich auch verstand. Alle anderen klangen wie durch einen Zerhacker oder durch ein Blechdose gesprochen.
Die Maschine des irischen Billigfliegers begann sich zu rütteln und ich gewann den Eindruck, dass das Fahrwerk mehrmals ausgefahren und wieder eingefahren wurde. Dann tauchte die typisch englische Landschaft unter den Flügeln auf und, ja, wenn man genau hinsah hatte der Montagsmundschenk recht: “Eigentlich genau wie daheim”, aber dennoch auch etwas anders. Die Vierecke die von Hecken und niedrigen Mauern gesäumt werden, sind dann schon eher Inseltypisch. Dann legte sich die 737 in eine Kurve, die Landschaft verschwand wieder und schon zwei oder drei Minuten später setzte die Maschine hart auf.
Das Ganze erinnerte mich an eine Achterbahnfahrt ohne Schienen, aber ich mag keine Achterbahnen.
Der Gedanke das es heisst, bei Ryan Air darf nicht durchgestartet werden stieg in mir auf und ja, diese Landung wirkte wie eine “No second chance landing”.
In London hatten wir fast zwei Stunden Aufenthalt und nutzten die Gelegenheit zu Spaghetti Bolognese und Pints bei “Frankie & Bennies“. Die Pints und die Vorfreude auf den zu erwartenden Abend im Festival Dome
taten ihr übriges um die Laune zu heben und so störte uns dann auch nicht die Leichenblasse und offenbar übelst gelaunte junge Dame. Jeder Bewegung dieser Dame zeugte von ihrer schlechten Laune. Das hinwerfen der Tickets, das harte Absetzen der Tasche und ihr Gesicht sprachen ebenfalls Bände. Mir völlig unverständlich wie man an einem so schönen Tag so schlechte Laune haben kann.
Auf der Treppe in den Flieger war sie direkt vor uns und es schien ihr völlig egal, dass das dünne Röckchen das sie trug vom Wind in alle Richtugen, vornehmlich aber nach oben geweht wurde.
So kam es dann zu einem schönen Stück internationaler Kommunikation auf männlicher Ebene zwischen uns und dem Fahrer des Schleppers, der das Flugzeug später ausparken sollte.
Die Landung in Cork spielte sich ähnlich ab, nur dass das Flugzeug durch die harte Bremsung ein wenig schlingerte, was den Achterbahneffekt deutlich verstärkte.
In Timoleague erwartete uns ein kleines aber sauberes Zimmer mit einer Dusche im Wandschrank in der es unmöglich war, zu duschen ohne anzuecken und der “Festival Dome” war ein Bierzelt. Aber die Menschen festlich gekleidet und die mit denen wir redeten waren fasziniert davon, warum und wie lange wir da waren.
Als das Konzert begann wurde sehr schnell deutlich, das wir nicht in Deutschland waren. Die Menschen hier verstehen zu feiern, Spass zu haben und singen schon beim zweiten Lied mit. Klar, sie kennen auch die Texte, aber für die meisten Deutschen wäre das kein Grund.
Nachdem wir schnell Kontakt mit einigen um uns herum sitzenden Menschen hatten, erwähnte die Band dann auch unsere Anwesenheit was zu einigen Momenten peinlicher Berührung führte.
“Not a couple”.
Auf der anschliessenden Pubbesichtigungstour, die natürlich nur zu Studienzwecken dienen sollte, lernten wir dann nicht nur eine der Organisatorinnen sondern auch zwei Mitglieder dieser Band kennen.
Gesamteindruck: War OK.

Der Abschied am Tag darauf fiel schwer. Ich würde gern noch einige Zeit hier verbringen, doch was nicht geht, geht nicht. Immerhin mussten wir zum nächsten Irish Folk Fest.
“Slàn leat, Eire!”
Es war sicher nicht mein letzter Besuch in Irland, denn es gibt einfach Gegenden, in die man immer wieder kehrt.
Daher schönes wiederkehren da draussen, wo immer ihr auch eintrefft.

HAAAAALLLLOOO!!!!!
Bist du noch da!!!!
Aber ja doch.
Ganz bestimmt