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Im Märchenland?
Soulsnatcher 03.08.2009; 09:05;
Kategorien: Leben , Sonntag, Schätze, Geocaching,
Ein nicht ganz so einsamer Parkplatz am nicht ganz so frühen Morgen im nicht mehr ganz so frühen Sommer. Ich komme zu spät! Verdammt! Zwar nur 5 Minuten aber zu spät ist zu spät.
Sie ist schon da. Begrüßen, Schultern der Rucksäcke und losmarschieren.

Ein kurzer Aufenthalt auf der völlig verlassenen Station im Wald. Vermutlich ein Relikt des kalten Krieges. Wir rätseln kurz, warum eine doppelte Einzäunung da ist, und warum sie so angelegt wurde, das man weder rein, noch raus kam. Und war da wirklich ein Blumenbeet? Was taten die Menschen hier? Gibt es Keller und wenn ja, was würde sich da finden? Wir sind nicht gerüstet für weitere Untersuchungen und verlassen den Ort.

Dann erreichen wir eine nicht ganz so verlassene Hütte an der wir rasten, besuchen erst noch ein Heldendenkmal. Der Ort gedenkt seiner Toten aus zwei Kriegen. Der Spruch für den ersten Weltkrieg erinnert mich viel zu sehr an die
Dolchstosslegende als das er mir gefallen kann. Ähnlich wie bei einem Denkmal in Bochum das ich einmal sah.
Im Felde unbesiegt
Das ist mir zu sehr "das alte Deutschland", dieses Deutschland welches nicht einsehen wollte Fehler gemacht zu haben und seine getöteten Angehörigen auf einen Heldensockel setzte.

Eine Ehre sicherlich, aber was bringt es den zerfleischten, vergifteten und erschossenen Toten?
Ich schüttele die Gedanken ab wie ein Hund die Wassertropfen aus seinem Fell. Geniesse die Sonne, den Tag.
Wir beginnen zu suchen. Esel, Katze, Hund und Hahn sind die ersten. Der nächste Ort lässt sich bitten. Mehrmals kehren wir um, ermitteln erneut unsere Koordinaten, finden Prinzessinnen, Zwerge, Wölfe. Denken über Zitate nach, über die ich seit meiner Kindheit nicht mehr nachdachte.
Heute back' ich, morgen brau' ich, übermorgen hol' ich der Königin ihr Kind.
Manchmal gestaltet sich die Suche quälend langwierig, der Akku des GPS Gerätes macht Sorgen und zwischendrin wollen wir wenigstens die Hälfte schaffen.
Plötzlich platzt der
gordische Knoten und ein Hinweis nach dem nächsten wird gefunden und nur noch ein Hindernis ist zu überwinden: ein schräger Alleinunterhalter mit Hammondorgel dessen Lieder mich ebenso wie die Märchen an meine Kindheit erinnern. An ihm müssen wir vorbei!

Einen Augenblick denke ich an das Wachs, das
Qdysseus seinen Männern in die Ohren goss, doch wir haben keine Kerze dabei. Also Augen zu und durch!
Endlich finden wir den Schatz. Die Suche, von Erfolg gekrönt, hat nach knapp 6 Stunden ein Ende.
Ein witziger Sonntag der einige Erinnerungen mit sich brachte. Und ist nicht die Suche nach
dem Schatz, oder zumindest
einem Schatz, eine schöne Metapher für die Triebfeder in mancher Heldenleben?
Ist sie nicht auch der Inhalt vieler Bücher und Geschichten?
Daher: Gute Suche da draussen, wo immer ihr auch sucht.
Tags: Unterwegs, Schätze, Zweibrücken, Geocaching, die Findende,
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