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Nachts, wenn alles schläft...
Soulsnatcher 25.11.2009; 17:29;
Kategorien: Fühlen, Leben , Mittwoch,
Durch die großen, schlecht geputzten Scheiben fällt das Licht des nächtlichen Zweibrücken auf mein Bett. Ich bin Unruhig, wälze mich seufzend erneut auf den Rücken, den Kopf zur Seite geneigt sehe ich den blassorangen Schimmer der von den Laternen und dem Dunst der Nacht erzeugt, über der Stadt liegt.
Ich kann nicht schlafen.
Meine Gedankenwelt ist finster wie das Herz eines Vampires und meine Gedanken ein klein wenig Gewalttätig. Nur ein wenig. Nur etwa so Gewalttätig wie die Ernährungsgewohnheiten der Orcas.
Ein Bett weiter hat der Pfälzerwald bereits wieder einige seiner besten Bäume eingebüsst.
Zwischendurch immer wieder gemurmelte Formeln, mit denen vermutlich finstere und finsterste WC-Dämonen gerufen und beschworen werden, die N. Erv, dem Schurken zur Macht verhelfen sollen.
Allerdings nur in den Zeiten, in denen nicht die Toilettentür offen steht, das bleiche Neonlicht in den Schlafraum lässt und ein munteres Plätschern begleitet von Analhusten...
*plopp*
"Enchanté", verneigt sich ein mir wohlbekanntes Teufelchen.
"Teufelchen! Wie lange haben wir..."
*plopp*
"Das weisst du genau", fällt mir das ebenso bekannte Engelchen ins Wort. Kaum da, schon wirft es giftige Blicke zum Teufelchen.
"Scheinbar kann man dich nicht allein lassen, oder?"
"Ach ne, der Klerus! Mich angiften und selber? Er ist krank und du kommst und machst ihm auch noch Vorwürfe."
"Ich komme nicht wegen der Vorwürfe, das weiss er genauso wie du, Teufelchen."
"Könntet ihr beiden vielleicht aufhören zu reden als wäre ich nicht dabei."
Ich weiss wirklich nicht genau warum meine zwei Reisebegleiter aus Frankreich da sind, zumindest rede ich mir das ein.
"Wegen dem Kissen", Engelchens Stimme wirkt eiskalt.
"Na komm, das war nur ein kurzer, nicht ernst gemeinter Gedanke."
"Der dir aber die verdiente Ruhe bringen würde," ätzt das Teufelchen.
"Hör mal, das war wirklich nur ein Spass, ich mein, er ist ja auch nicht wirklich N. Erv."
"Nicht?" Teufelchens Gegenfrage verwirrt mich einen Augenblick doch der Blick des kleinen Engelchens spricht Bände. Augenrollend schlägt es die Hände über dem Kopf zusammen.
"Wie kann man nur so sein", schimpft das Engelchen.
"Nimm ein Tempur Kissen", wispert Teufelchen.
"Das schmiegt sich schön an das Gesicht an." Ich ignoriere die zwei, das hat auch schon in Frankreich geklappt.
Opa kommt von der Toilette zurück. Seufzend und aufstöhnend schlurft er durch den Raum, die dünnen Beine scheinen zu schmerzen und irgendwie tut er mir schon ein wenig leid. Ich lächle sogar in der Dunkelheit, ein nettes, freundliches Lächeln. Voller Güte und Verständnis. So voller Güte das Engelchens Heiligenschein ein bisschen heller wird. Es schlägt in das Gegenteil um, als die nächsten Formeln durch die Dunkelheit zu mir dringen.
Das wird eine lange Nacht, und noch eine lange Woche, fürchte ich.
(Post is dedicated with special thx to H.D.)
Tags: Veränderung, Herz, N. Erv, Engelchen und Teufelchen,
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5 Kommentare
Montagsmundschenk
26.11.2009; 01:37
"Wer im Glashaus sitzt...", mein König!!!Remember Timoleague! (Ooops, komatös Schlafende hören sich ja selbst nicht...)
Der Montagsmundschenk