Erwachen

August 21st, 2008 Soulsnatcher Posted in Donnerstag, Jakobsweg, Leben, Sex 'n twobridges, Unterwegs | 1 Comment »

Wach werden lange vor dem Wecker. Früh zu Bett gegangen und seit längerem mal wieder ausgeschlafen.

Auf den Rücken legen und den Blick zur Decke gerichtet die Gedanken gleiten lassen. Das Blinken des Handys zieht die Aufmerksamkeit auf sich und man findet eine SMS von des Monarchen Gemahlin. Vielleicht geschrieben aus einer Laune oder einem impulsiven Gedanken heraus oder um einen Running Gag fortzusetzen.

“Schlaf schön, Liebling.”

So langsam beginnt der Weg. Nicht zuletzt aufgrund des Umfeldes. Das Leben ist Veränderung und im Moment ist diese ganz drastisch. Es ist sicher nicht immer leicht, diese Veränderungen zu akzeptieren, doch man macht es sich auch meist selber schwer. Dabei schlummert ganz tief in einem drin schon das Wissen darum, das es gut ist wie es ist. Man hängt viel zu oft am vergangenen anstatt neues einfach anzunehmen. Man ärgert sich viel zu sehr, über die, die sich nicht melden anstatt zu sehen, das die einen einem anbieten am Ende des Weges zu warten und einen heim zu fahren, die anderen dich mit Tipps und Ausrüstung versorgen und wieder andere sich auch einfach mal nur kurz bei dir anlehnen.

Nachdenklich die eintönig weisse Zimmerdecke betrachtend gehen einem eine Menge Menschen durch den Kopf. Die, in die man sich “verrannt” hat, die die einfach da sind und auch die, die dich einfach so nehmen wie du bist. Dich nicht ändern wollen, nichts verlangen und einfach nur hinnehmen das du ein Spinner bist mit einem manchmal etwas schrägen Humor, wechselhaften Tagesformen und einem Hang zum selbstzerfleischen und autodissen.

Erkenntnis des morgendlichen Grübelns: Steh auf du Depp, du musst zur Arbeit. (… und vorher noch eine Mail schreiben)

Guten Tag da draussen, wo immer ihr auch seid.

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Irish Folk, american fast food ‘n the russian Intruder

August 17th, 2008 Soulsnatcher Posted in Leben, Samstag, Sex 'n twobridges | 6 Comments »

Wieder mal eine sauschöne Nacht. Die Musik stimmt, es ist trocken aber kühl und um 22:00 Uhr beginnen Sliotar.

Wenn man nur heftig genug mitklatscht und feiert macht einem die Kälte auch nichts mehr aus. Vor allem wenn man dabei mit dem Deutschlehrer darüber philosophiert, das in der irischen Musik alles Leid aber auch alle Lebensfreude dieser Welt liegen, während einige seiner Schüler ihrem LARP Hobby fröhnen. LARPer

Bei der Zugabe erreicht die Stimmung ungeahnte Höhen und eine begeisterte (kleine) Menge tanzt fröhlich und ausgelassen vor der Bühne.

Danach beginnen die Abbaumassnahmen, allgemeine Aufbruchstimmung, die einen gehen heim, der harte Kern weiss wo es weitergeht.

Spontanes Kennenlernen einer Dame aus Russland die sich über die Ossetien Krise aufregt und wirklich schöne Augen besitzt. Der Name ist herrlich klassisch russisch und sie besitzt einen ungewöhnlichen Charme, der jedoch von einem noch aussergewöhnlicheren Alkoholpegel getoppt wird und schon kurz darauf versucht sie mit ihrer Zungenspitze meinen Magenpförtner zu deflorieren. Der böseste Blick des Lords für Besondere Aufgaben und eine Cocktailbar waren erforderlich, sich zu befreien. Danke My Lord.

Anschliessend wird der Abend im Pub beendet. Der Tod von Ronnie Drew wirft kurz einen Schatten auf die Stimmung. Spontan noch ein kurzer Abstecher nach McDonalds mit zwei wirklich lieben Menschen und anschliessend, nach dem Abschied, der Weg heim.

Die frische Luft belebt, die Musik ist im Kopf noch lebendig und der Fussweg gibt Gelegenheit, die Ereignisse Revue passieren zu lassen. Es sind genau diese Abende die das Leben lebenswert machen. Freunde die einen verstehen, grinsen und wegsehen, böse schauen wenn es erforderlich wird und einem manchmal auch einen kleinen Schubbs geben. Zumindest dann, wenn man mal wieder die “merknix Brille” auf hat.

Guten Tag da draussen, wo immer ihr auch seid.

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Verlorene Handys und Folkfeste

August 15th, 2008 Soulsnatcher Posted in Freitag, Leben, Unterwegs | 6 Comments »

Hundemüde im Büro. Ich fühle mich wie gerädert. Und ich weiss, der Tag wird lang und auch amüsant, denn heute abend werde ich wieder mal ein Irish Folk Fest besuchen.

Der Abend gestern im Pub war definitiv wieder mal zu lang und mein Handy hab ich natürlich auch liegen lassen. Wobei das eher unwichtig ist. Es ruft eh niemand an.

Bei dem Gedanken an das “gerädert” fühlen fällt mir ein, das der letzte Mensch der in Preussen gerädert wurde, meinen Nachnamen trug und sein Körper danach auf das “Andreaskreuz” gelegt wurde. Das ist sicher ein Omen.

Naja, immerhin hat dieser Mann einen katholischen Bischoff ermordet. Die katholische Kirche gillt ja als besonders nachtragend (komisch, hat Jesus nicht dauernd vom Verzeihen geredet?) und wenn der einer meiner Vorfahren war, könnte sich das zu einem echten Problem entwickeln.

Aber wie ist das überhaupt mit dem Rädern?

Legen wir uns nicht alle freiwillig auf unser Rad? Geisseln uns, machen uns das Leben schwer, anstatt es zu geniessen? So wie es ist: Bunt und Granatenstark.

Nur das unsere Geisseln und Räder heute andere sind als damals. Moderner, leichter und schicker. Getarnt als Handys, PCs und Statussymbole wie Autos, Yachten etc. Immerhin ersparen wir uns damit den Scharfrichter, denn das Warten auf eine SMS oder eine Mail ist doch eigentlich die Folter, das unbedingte Verlangen nach Statussymbolen die eigentliche Qual.

Vielleicht überlegenswert.

 

Guten Tag da draussen, wo immer ihr auch seid.

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August Rain

August 11th, 2008 Soulsnatcher Posted in Fühlen, Jakobsweg, Leben, Montag | 8 Comments »

Hinter mir, durch die offene Balkontür klingt das Prasseln des Regens auf die Holunderbüsche, im Radio besingt Axel Rose den November Regen, dabei ist es August.

Irgendwie verfolgt mich der Regen. Am Sonntag fuhr ich bei strömendem Regen in Balve (Sauerland) weg, schlug mich in strömendem Regen durch die Republik bis heim nach Zweibrücken, verpasste unterwegs die Gelegenheit die Briefschreiberin zu besuchen und kam dann endlich hier an. So manch trüber Gedanke hat sich in den letzten Tagen manifestiert. Und wieder kommt ein Mensch, den man ewig kennt, hört zu und versteht.

Obwohl man sich in den letzten 20 Jahren kaum sah, scheint sie mich immer noch zu verstehen. Bei solchen Gesprächen schmilzen 671 km sehr schnell zusammen und 24 Jahre vergehen im Flug. Sie war damals die erste. Wo wir gerade bei Sentimentalitäten sind: “Wir waren noch Kinder” von MMW beschreibt es sehr gut, nur das ich ihr Gesicht noch kenne. Heute bin ich für ihre Tochter die  “Mamas erste Liebe” Geschichte.

Das wichtigste aber ist es, sich verstanden zu fühlen. Erstaunlich wie lang ein Arm werden kann.

Ob ich den Weg gehe ist noch nicht ganz klar. Aber der Wunsch wird immer stärker. Ob ich danach Josef besser verstehe oder gar zu einem Gott finde wage ich zu bezweifeln, aber das sind auch nicht die primären Ziele.

Gute Nacht da draussen, wo immer ihr auch seid.

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Weggefährten

August 8th, 2008 Soulsnatcher Posted in Freitag, Fühlen, Jakobsweg, Leben, Unterwegs | 8 Comments »

Es gibt viele sinnige und schöne Zitate zum Thema Weg(e).

Eines der bekanntesten ist sicher von Lao Tse: “Auch die längste Reise beginnt mit einem kleinen Schritt.” Über den Jakobsweg sagt man in Spanien, dass er bei dem Pilger daheim beginnt.

Gerne wird auch das Leben an sich als Weg bezeichnet. Ich finde, das sich für das Leben der Weg als Metapher ausgezeichnet eignet.

Eigentlich geht jeder seinen Weg. Unweigerlich. Die einen wissen wo es langgeht, die andern suchen ständig nach dem richtigen Weg. Wir treffen eine Menge Gefährten auf diesem langen Weg, manche biegen irgendwo ab, andere bleiben stehen, wenige begleiten uns sehr lange.

Manchmal ist es erforderlich, sich aus eigenem Antrieb von einem Weggefährten zu trennen. Das kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Manchmal zum Beispiel weil es im Interesse dieser Weggefährten liegt.

Häufig wünschen wir uns alte Weggefährten zurück und manchmal, ja manchmal kommen sie wieder. Dann laden sie dich zu einem guten Essen ein, trinken und reden mit dir und manchmal, manchmal verbringen sie die Nacht mit dir.

Doch was ist mit denen, die wir uns zurück wünschen und man weiss genau, das sie nicht wollen? Sie haben uns oft schon vor Jahren ausgebremst und abgehängt. Geben zu noch an uns zu hängen und dennoch geben sie uns keine Chance den Vorsprung aufzuhohlen.

Macht das Sinn?

Die Antwort werden wir wahrscheinlich nie erfahren.

Gute Nacht da draussen, wo immer ihr auch seid.

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